Gut. Dass “Love’s Crushing Diamond” eingangs klingt, als würden Arcade Fire in Superslomo, Neil Young unter einer Tonne Koks und Mutual Benefit gemeinsam “Stille Nacht, Heilige Nacht” in seine einzelnen Schneeflocken zerlegen, scheint nur temporärer Kontrollverlust. Das ändert sich eh’ schon in “Golden Wake” und betritt sanft auszutretende, folkige Pfade. Nur, dass wieder nur Momente später “Advanced Falconry” das Damien Rice-Fass aufmacht, lässt spätestens jetzt den kreiselnden Irritationen freien Lauf. Und glaubt mir, das war noch nicht alles.
Mit “Post-Lunar Buddha Turds” nämlich behält es sich das wundersame Ami- (nein ganz bestimmt nicht Amish- …) Kollektiv um ihren leuchtenden Mittelfinger Jordan Lee vor, sich via Facebook schön selbst durch den Knietiefen Kakao zu ziehen, bis aus der glockenhellen Funkelglitzerwelt von “Love’s Crushing Diamond” ein süßliches, pulverisiertes Plätzchen entstanden ist, das jede Weihnachtsstimmung noch in den knallbuntesten Sommertag transportiert. Da wartet Liebe gar noch, wo schon meterdicke Schichten gefallen sind und erblüht doch unter tausend Rosmarin-Klingglöckchen wieder aus Gederb und Verdeih. Oder so. Wer das Jahr in der kulturgesellschaftlichen Abseite zwischen Blümchensex und Bio-Dildos beginnen will, ist hier ganz bestimmt richtig. 27. Februar | Turmzimmer | concert-news präsentiert (kel)