“Ein Teelicht auf der Elbe aussetzen” war zuletzt noch so das allgemeine Credo. Lanterns on the Lake gaben allerdings auch allen Grund dazu. Mit der wenig lustigen Pointe, dass in ihrer Heimat (und natürlich nicht nur dort) kaum wer gemeinsam in einem Boot zu sitzen fähig scheint, ging im vergangenen Herbst auch das zweite Album an den verdienten Start.
“Until The Colours Run” verschwimmt und verirrt sich, antizipiert wütend sich andeutende Wendungen zum Schlechteren und hält trotzdem das wehende Fähnchen Hoffnung in der Windböe. Interne Verwehungen zwischen den Bandmitgliedern, soziale Notfälle im Freundes- und Bekanntenkreis spiegeln und kräuseln sich im Wellengang auf “Until The Colours Run” schon deutlicher, als auf dem abholenden Debüt. Dass dieses Gefühl einem schönen Konzertabend mit Lanterns on the Lake am 17. Januar in der Prinzenbar nicht entgegenwirken muss, sollte einleuchten. (kel)
