Es gibt Bands, die veröffentlichen Alben. Und es gibt Enter Shikari. Die werfen dir alle paar Jahre einen komplett überdrehten Datenträger vor die Füße, schauen kurz beim Brennen der Welt zu und verwandeln den ganzen Wahnsinn anschließend in Euphorie, Breakdown, Rave und kollektives Anschreien gegen die Decke.
Mit „Lose Your Self“, erschienen am 10. April 2026, drehen Enter Shikari nämlich nicht plötzlich alles um. Im Gegenteil. Die Band macht einfach noch kompromissloser genau diesen komplett eigenen Irrsinn weiter, den seit zwanzig Jahren niemand sonst so hinbekommt. Dieses Album klingt wie eine durchfeierte Zukunftspanik um fünf Uhr morgens auf einem kaputten Serverpark-Dancefloor.
Der Titeltrack „Lose Your Self“ schiebt direkt mit riesigem Riff, elektronischem Wahnsinn und dieser völlig drängenden „Alles-ist-gleichzeitig-zu-viel“-Energie nach vorne, während „i can’t keep my hands clean“ beinahe auseinanderfliegt vor hektischer Hardcore-Nervosität. „Dead In The Water“ zieht dir dann emotional komplett den Boden weg – einer der düstersten und gleichzeitig stärksten Songs, die die Band je geschrieben hat. Und dann kommt da plötzlich „it’s OK“ um die Ecke und klingt fast euphorisch, obwohl Rou Reynolds darin eigentlich nur noch fassungslos auf Superreiche, Weltuntergangsvorbereitung und gesellschaftlichen Komplettschaden blickt. Das Verrückte daran: Selbst wenn Enter Shikari komplett am Abgrund entlangschrammen, entsteht daraus immer noch etwas Hoffnung. Irgendwo zwischen Abrissbirne, Schweiß, Stroboskop und emotionalem Totalschaden.
Genau deshalb dürfte der 3. November 2026 in der Sporthalle Hamburg wieder völlig eskalieren. Und ganz ehrlich: Dass wir Enter Shikari mal wieder präsentieren dürfen, fühlt sich inzwischen fast schon nach einer sehr schönen Form von Normalität an. Irgendwo zwischen verschwitzter Sporthalle, komplett übersteuerter Lichtanlage und Menschen, die sich bei den ersten Synthies direkt gegenseitig in den Pit schubsen.
Ticketverlosung? Natürlich. Kommt wie immer ein paar Wochen vorher. Also aufgepasst, bevor hinterher wieder alle behaupten, sie hätten „gar nichts davon mitbekommen“. Tickets für das Event gibt es natürlich auch und zwar hier. The Callous Daoboys machen den Support, wir freuten uns hier. (ds)
Foto: Paul Harries
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