Und dann merkt man plötzlich, was wirklich zählt. Kurz nach der Veröffentlichung des letzten TV On The Radio-Albums “Nine Types Of Light” verstarb Bassist Gerard Smith an Lungenkrebs. Drei Jahre später nun meldet sich die Band mit dem nächsten Album zurück. Und natürlich ist der Tod ein Thema. Ein trauriges Album aber ist “Seeds” trotzdem nicht geworden.
Zu “Seeds” kann man tanzen, “Seeds” kann man einfach so hören, kann man sofort mögen. Denn so eingängig und fast schon leicht und locker hat man die New Yorker wohl noch nie gehört. Fluffiger Indierock trifft auf poppige Synthies und auch wenn es manch ruhige Kugel wie das sehr intensive, das sehr Beat-lastige und tatsächlich etwas düstere “Careful You” oder das epochale “Trouble” gibt, sind es tolle Lieder wie “Could You”, das fast schon punkige “Lazerray” oder “Happy Idiot“, die diesem Album eine Gesicht geben.
Wir können nur vermuten, wie diese musikalische Lockerheit mit der Vergangenheit der Band zusammenhängt. Sicher sagen können wir, dass sie TV On The Radio unglaublich gut steht und das dieses Album ziemlich aufregend geworden ist. Sänger Tunde Adebimpe sagt dazu: “Wir haben in den vergangenen Jahren so viele Dinge miteinander erlebt, die die Band an ihr Ende hätten bringen können, aber ich bin froh, dass wir das durchgestanden haben und dass wir von der einzigartigen Verbindung zwischen uns profitieren konnten. Die Platte ist zu 1000% und ohne jeden Zweifel, das Beste was wir je gemacht haben.”
Da stimmen wir einfach mal zu. Denn natürlich liefern TV On The Radio auch auf ihrem sechsten Album keine normalen Lieder, sondern großes Songwriting, wundervolle Ideen und musikalische Tricks ab. Nur eben klingt das alles weniger verkopft und kommt mehr auf den Punkt, reißt schneller mit und macht länger Spaß. Zwölf Lieder und 53 Minuten lang. (mf)