Wenn man versucht, ein paar Dinge über das Submotion Orchestra herauszufinden, dann liest man an mindestens jeder zweiten Stelle das Wort Dubstep. Beeinflusst also von James Blake, Burial oder gar Kode9? Beim Hören erschließt sich das so irgendwie gar nicht, man könnte eigentlich fast schon sagen, dass das Submotion Orchestra ein Gegenentwurf ist: Zurückhaltende elektronische Klänge, die auf leiser Zimmerlautstärke ziemlich gut zu einem entspannten Sonntag auf dem Sofa passen und im Club möglicherweise eine zünftige Nacht starten oder ausklingen lassen.
Bei näherer Betrachtung gibt’s aber vielleicht doch was Gemeinsames und das heißt: Weite. Wenn Burial den Raum aufmacht, man einen Blick ins unendliche Universum wirft und sich wie Dave in “2001: Odyssee im Weltraum” fühlt, dann öffnet die siebenköpfige Kapelle aus Leeds einen Raum, in dem man keine Angst zu haben braucht, der ein bisschen verträumt und verspielt ist und einen fortzutragen kann. So wie es Kruder & Dorfmeister oder Peter Kruders‘ Soloprojekt Peace Orchestra Ende der 1990er Jahre gemacht haben: Electronica mit jazzigen, souligen Elementen.
Das Besondere am Submotion Orchestra ist, dass sie mit einer echt tollen Stimme auftrumpfen: Sängerin Ruby Wood ist betörend und manchmal ist es schwer zu sagen, ob ihre Töne über der Musik schweben oder die anderen Bandmitglieder orchestrieren. Nicht nötig, das zu entscheiden. Jedenfalls machen hier “akustische” Musiker elektronische Musik und die klingt ziemlich gut.
Wir freuen uns auf den Auftritt des Orchesters am 22. November im mojo Jazz Café, ein Ort, dem die Besetzung auf jeden Fall alle Ehre machen wird – nicht nur des Namens wegen. (jb)