Anfang November releasten Chiefland ihre tolle neue “Sentiment Valley”-EP, am 29. November spielen sie im Indra. Und das wird ganz schön super. Und auch ganz schön spannend. Denn es ist so einiges passiert bei der Band und wir sind gespannt, wie sich das auf die Setlist auswirkt. Denn zockten sie früher (hier gibt es eine “Wildflowers”-Rezension) auch mal härteres Zeug, gibt es heute viel weniger Geschrei, weniger Hardcore, dafür viel mehr Emo, Indie und auch eine wundervolle Sanftheit, es gibt eingängig-aufregende Lieder wie “Blame”, einen Song mit Christine Goodwyne von den Pool Kids und einen mit Skywalker. Es gibt ganz, ganz tolle Musik.
Wir verlosen für Konzert von Chiefland 2×2 Tickets. Schickt uns eine Mail mit dem Betreff “Chief gewickelt” an verlosung(at)concert-news.de (Teilnahmebedingungen) und schreibt euren ganzen Namen rein, wir Ende der Woche aus. Vorab: drei Fragen an Achim von Chiefland:
1. Was los bei euch? Wieso klingt ihr so anders und wieso klingt ihr jetzt, wie ihr jetzt so klingt?
Oh, Einiges, um ehrlich zu sein. Unser Sound hat sich die letzten Jahre ziemlich verändert, jedoch nicht so radikal, als dass man Chiefland nicht wiedererkennen würde. Unser größter Bruch soundmäßig war 2021, als wir Chris als neuen Sänger hinzu bekamen und uns somit von Shouts im Gesang verabschiedeten. Das war unser Grundstein für eine neue Ausrichtung: weg vom Melodic-HC, rüber zum Emo / Alternative. Von da an entwickelten wir uns einfach weiter; die neue EP ist deutlich druckvoller als die Platte zuvor, mehr “ins Gesicht”, fettere Gitarren und stärkere Hooks. Das Ganze jedoch ohne dabei den Vibe von Chiefland, wie er auf der Vorgänger-Platte “Quiet Confidence” geprägt wurde, zu verlieren.
2. Ihr habt mit Alan Day, Gitarrist und Sänger von Four Year Strong, gearbeitet. Wie war’s und wie kam’s dazu und wieso er?
Die Zusammenarbeit mit Alan entstand aus der Idee heraus, mit einem externen Producer abseits vom Studio zusammenzuarbeiten. Alle in unserer Band schreiben gemeinsam die Songs und wir sind super picky was Strukturen, Sounds oder Moods angeht. Nach der 10. Revision in der Vorproduktion zu einem Song wird man gern mal betriebsblind und verliert den Bezug für Songdienlichtkeit und Relevanz gewisser Änderungen. Hier kam Alan ins Spiel, der drei unserer fertigen Songs noch einmal unter das Skalpell nahm und nach seinem Gusto verfeinerte. Wir waren bei der Suche nach Producern relativ offen und haben unsere Fühler primär über den großen Teich ausgestreckt. Da Alan viele Bands in unserem Genre bedient und seine Songwriting / Producer Skills das absolut Richtige für den Sound sind, war die Wahl für uns relativ einfach. Das Arbeiten mit ihm war super entspannt und unkompliziert. Wir haben ihm alle Tracks, die wir bereits vorab aufgenommen haben, zukommen lassen. Er hat dann direkt beim ersten Durchhören seine Änderungen vermerkt, sich eine Woche Zeit genommen, um seine Vorschläge umzusetzen, und uns die Ergebnisse dann zugeschickt. Anfangs war es für uns leicht irritierend, die Songs in Alans Version zu hören, weil wir ja wochenlang unsere Vorproduktionen gewohnt waren. Nach einem Call mit ihm und seinen Begründungen für gewisse Anpassungen waren auch unsere letzten Zweifel beseitigt. Wir sind super happy mit der Entscheidung, ihn in die Entstehung der EP mit einbezogen zu haben und würden es auf jeden Fall wieder tun!
3. Nächstes Jahr feiert ihr 10. Geburtstag. Was ist geplant und wie waren die ersten 10 Jahre? Und: Wie werden die nächsten 10?
Krass, oder? Die ersten 10 Jahre waren auf jeden Fall wild. Geprägt von den ersten Schritten als Band, aber auch einschlägigen Erfahrungen, wie z. B. mit einem Label, einem Verlag oder einer Booking-Agentur zusammenzuarbeiten. Nicht zu vergessen: Corona und Mitgliederwechsel. Die kommenden 10 Jahre werden hoffentlich ruhiger, im Sinne von beständiger. In der derzeitigen Konstellation fühlen wir uns mega wohl. Wir wollen als Band weiter rumkommen, größere Shows spielen und regelmäßig neue Musik rausbringen. Für 2025 haben wir auf jeden Fall auch eine Jubiläums-Show im Hinterkopf.
Interview: Mathias Frank
Foto: Brian Kramer
