Es sind noch nicht alle Bands bestätigt und wer wann spielt, ist natürlich auch nicht klar. Sicher ist: Man muss da mal wieder hin, das wird mal wieder ein Abenteuer, das wird so so so gut. Booze Cruise Festival. 23. bis 25. Juni 2023. Mit Bands, die man selten oder nie sah und sieht, Bands, mit denen man nicht gerechnet hat und mit Bands, die man vorher gar nicht kannte. Booze Cruise-Style eben.
Sicher, The Menzingers, die aktuell ganz oben auf dem Plakat stehen, sind Stars, öfter unterwegs, aber natürlich trotzdem super. Sie holen ihren ursprünglich für 2020 angekündigten und später für 2022 abgesagten Gig nach und alleine sie sind den Besuch des Festivals wert. Fakt. Gleiches gilt natürlich für Mobina Galore, dieses fabulöse Duo aus Kanada mit Monster-Songs wie “Suffer“, die live immer alles abreißen. Wenn die beiden am Start sind – dann ist man auch am Start. Punkrock!
Und doch gibt es – mindestens – drei Bands, die besonders sind und die das Booze Cruise Festival so besonders machen. Zum einen wären das natürlich Ways Away, aktuell an zweiter Stelle im Line-Up – und mit einigen bekannten Musikern ausgestattet. Am Gesang ist hier Jesse Barnett von Stick To Your Guns und Trade Wind dabei, an der Gitarre und Songwriter der legendäre Sergie Loobkoff von Samiam und Solea. Zusammen machen sie geilen Scheiß wie “Nevermind The Dog” oder auch “Happy With What I Have“. Waren die schon mal in Hamburg?
Auch nicht so oft bei uns und überhaupt nicht so oft aktiv sind die kultigen No Trigger. Ihr Debüt erschien einst bei Nitro Records, gegründet von The Offspring, später war man bei No Sleep, aktuell ist die Band bei Red Scare Industries (Broadway Calls, The Menzingers, The Bombpops) angedockt und hat hier im Spätsommer vergangenen Jahres das erst dritte Album in 16 Jahren veröffentlicht. Und was soll man sagen? “Dr. Album” ist ein richtig starkes Stück geworden. Poppunk, Skatepunk- und Melodic Hardcore, wunderschöne Melodien, feines Tempo und eine Menge Dynamik. Dazu aber gibt es auch Sprechgesang, Synthies, Gäste von Little Low, Ska, fast schon Metal, eine Geige. Chaos? Nein. Kunst. Punkrock-Kunst.
Stichwort Nitro Records. 1996 erschien die Label-Compilation “Go Ahead Punk … Make My Day” mit Songs von Guttermouth, The Vandals, AFI, The Offspring und: Jughead’s Revenge. Seit dem bin ich so etwas wie ein Fan, seit dem steht die Band für mich in einer Reihe mit Diesel Boy, Pulley oder Consumed. Man denkt Jahre nicht an sie, aber wenn man den Namen dann doch mal liest oder einen Song hört: hach, schon geil. Viel gelesen hat man von Jughead’s Revenge zuletzt nicht. Das letzte Album erschien 1999! 2021 kam mit “American Gestures” dann zumindest ein neuer Song, vor wenigen Wochen ging es zu Sbäm (siehe hier) – und eine neue Platte soll schon ganz bald erscheinen. Und die dann live zusammen mit den alten Brechern? Hach. Kommt nicht oft vor. Vielleicht nie wieder? Vielleicht. Sicher: drei mal Muss: Ways Away und No Trigger und Jughead’s Revenge. Auf dem Booze Cruise Festival. (mf)
