Man kann den Schweden Vita Bergen nicht viel vorwerfen. Schon gar nicht ihren seltsam guten Geschmack, den die insgesamt sieben Bandmitglieder an den Tag und Indie-Nacht legen. Warum seltsam? Weil längst nicht nur, aber ganz besonders, der “Disconnection”-Titeltrack vom (noch) aktuellen Album verdächtig nach Arcade Fire schmeckt. Und wiederum schwere Sehnsucht weckt nach deren Frühwerk.
Ohne Namedropping lesen und hören sich Vita Bergen zwar auch mitunter wie typischer Indie aus dem Bausatzkasten für Fortgeschrittene an. Doch halten sich melancholische Zwischentöne mit einer phasenweise fast orchestralen Lautmalerei in gemeinsamer Waagerechte. Dass in den wunderschönen leiseren Momenten dazu ausgerechnet Impulse aus den besseren Achtzigern verwendet wurden, spricht für das junge Alter der Komponisten. Sie wissen nicht um das beschissenste aller Jahrzehnte der Neuzeit und das ist gut so. Doch während wir abschweifen und in “Curtains” zergehen (ein weiterer AF-Klon) bis sich der Langspieler mit der mysteriösen “Alexa” auflöst, habt ihr doch schon längst ein Ticket für den 16. Januar 2017 im Knust gekauft. Immergut-Festival-Besucher vom vergangenen Jahr müssen darüber hinaus eh nicht überzeugt werden. (kel)
