Es sind nur vier Songs. Aber es sind vier verdammte Boss Hog-Songs. Vier neue Boss Hog-Songs. Und verdammt, was sind die gut. Atemberaubend, sensationell, aufregend, großartig. Unglaublich, Boss Hog.
Es sind die ersten neuen Songs seit 16 Jahren und wenn es wieder 16 Jahre dauern soll, bis Cristina Martinez und Jon Spencer gemeinsam neue Musik machen, dann warten wir eben wieder 16 Jahre. Und hören 16 Jahre diese EP, hören 16 Jahre “Brood Star”.
Sicher, wir wissen, dass es nicht so lange dauert. Im kommenden Jahr soll das ganze Album kommen. Schon vorab gibt es “Wichita Grey”, “Nymph Beat”, “Devious Motherfucker” und “Disgrace”. Vier Perlen, vier neue Lieblingslieder. Und die reichen aus, um eine EP zum Album der Woche zu küren. Die EP des Jahres.
Mit “Wichita Grey” geht es los, den Song kennt man schon, den liebt man schon länger. Danach “Nymph Beat”. Ein schiefer Song, dunkel, schleppend, nervig, mit knarzigen Gitarrren und kaputten Bläsern. Dazwischen verhallte Vocals, eine gepisste Martinez und langsam entwickelt sich ein Groove, fügen sich die Teile zusammen, drückt sich die Nummer in den Magen, bleibt hier, geht in den Kopf, das Herz, überall hin.
“Devious Motherfucker” dann entpuppt sich unter einem Berg aus Dreck und schmutzigen Rock N Roll als bluesige Funk-Nummer, ehe mit Boss Hog “Disgrace” zum Abschluss noch mal gepflegt durchtreten und einen nach einer knappen Viertelstunde komplett erschöpft eine Sekunde Ruhe gönnen. Ehe man sofort wieder von vorn beginnt. Entweder modern digital mit einem Klick auf Play. Oder viel geiler mit dem Gang zum Plattenspieler, um das runde Ding erneut zu drehen und zu starten. Denn auf CD? Gibt es “Brood Star” nicht. (mf)
