Wir haben uns Zeit gelassen bis zu diesem Text. Zeit, die das neue Album von Nada Surf irgendwie auch braucht. “You know who you are” heißt es und der Titel ist Thema. Kaum dreht sich die Platte um das erste Lied, weiß man sofort, dass man bekommt, was man kennt. Matthew Caws singt so schön wie eh und je und man fühlt sich ad hoc wohl.
Bei der ersten Umdrehung plätschern die zehn Songs zwar noch so hintereinander weg, es will sich nicht so schnell ein Wiedererkennungseffekt einstellen – außer dem, dass man ohne Frage auch blind und mitten in der Nacht schon nach den ersten Tönen zweifellos Nada Surf erkennen würde. Trotzdem will man den New Yorkern keine Langeweile unterstellen oder sich beschweren, sie würden sich gar nicht weiter entwickeln. Denn Nada Surf tun einfach das, was so viele Bands nicht konnten und deshalb ins Belanglose abdrifteten (man denke nur an Coldplay oder Keane): Nada Surf brauchen sich nicht neu erfinden, denn sie liefern konsequent das ab, was sie können und weshalb man sie liebt. Bedingungslos und mit jedem neuen Album.
“You know who you are” ist nicht “Let Go“, aber es ist auch nicht “The Stars Are Indifferent To Astronomy”. Es wächst mit jedem Hören und es steht außer Frage, dass es am 3. April im Mojo Club oder schon vorher am 2. April bei Michelle Records wieder jede Menge tolle Momente geben wird – ersteres ist allerdings bereits ausverkauft, was auch auf einen vollen Plattenladen schließen lässt. Das ein oder andere alte Lied wird sicher in der Setlist bleiben und die neuen Sachen perfekt ergänzen. Bis dahin singen wir aber auch schon freudig “Friend Hospital” und “Cold To See Clear” textsicher mit und sind wirklich froh, dass Nada Surf wissen wer sie sind. (eh)
