Auf “Leben in der Großstadt”, “Ohne Sprünge, ohne Bräuche”, “Mit Theorie mit Phantasie” und “Pathos im Alltag” hören die vier fancy EP-Lieder (die EP “Leben in der Großstadt” erschien gestern) und insbesondere im letzten Titel steckt so etwas wie die formidable Zusammenfassung der kurzweiligen pop-poetischen fünfzehn Minuten von Albrecht Schrader. Und wenn wir mal kurz abschweifen dürfen: “Leben in der Großstadt live in …” erinnert mich derweil für Momente an die legendäre “The Battle Of (hier Stadt nach Wahl einsetzen)-Tour” der Firma Rage Against The Machine. Doch weiter entfernt können beide aus naheliegenden Gründen nicht voneinander sein.
Immerhin dauert es gar nicht lange, bis zum ersten Mal die Bingobimmel schellt und die Vokabel “Gentrifizierung” abgestaubt und auf das nächstbeste Tableau gesprüht wird. Macht aber nix, denn diese Halbzeitpausenlange Herausforderung an gelebten Wortspitzfindigkeiten zwischen drinnen und draußen versprüht unmittelbare Freude. Schönstes und zartestes Duett seit Markus‘ und Nena Kerners kleiner Taschenlampe inklusive. “Die Stimme sitzt, die Finger fließen und die Seele tanzt”, sagt der Staatsakt-Labelchef und der muss es ja wissen. ”Das Problem am Kalenderspruch ist der Kalender und nicht der Spruch”, singt Albrecht Schrader und dem muss man es glauben. Apropos: Sprecht mit dem Mann, es lohnt sich. Nach dem Konzert am 13. April im Kleinen Donner. (kel)