
Manchmal ist es nicht immer ganz einfach, manchmal gibt es einfach zu viele guten Platten an einem Freitag. Und dann wird gegrübelt, gehört, noch mal gehört, wieder gegrübelt. Welche Platte ist nun den Zacken besser, welche verdient es, welche dann doch nicht? Die neue New Order? Die ist schon stark. Parkway Drive oder Boysetsfire? Auch beide super, zu beiden später mehr. No Devotion mit Rickly von Thursday? Super, aber auch knapp vorbei. Denn am Ende entschied das Herz. Das gute Gefühl. Und verdammt, ja, auch die Sympathie. Für Idle Class. Heute erscheint “Of Glass And Paper” und “Of Glass And Paper” ist außergewöhnlich gut.
Idle Class übrigens sind Wiederholungstäter, schon vor rund zwei Jahren machten sie ein Album der Woche. Hat es auch nicht so oft (oder gar nicht?) gegeben. Und um so schöner, dass es die Münsteraner sind, die dieses Kunststück schaffen.
“Of Glass And Paper” ist das zweite richtige Album der Band, dazu gibt es eine EP und eine Split-Single mit Fights And Fire. Und das in nicht mal vier Jahren. Was die Sache noch besser macht: Idle Class werden auch immer besser. Womit wir wieder bei “Of Glass And Paper” wären. “The Drama Continues” eröffnet kräftig, auf eine gewisse Art verkopft und ganz schön intensiv.
Und dann legen sie los, dann gibt es cleveren Punkrock, rotzige Popmusik, große Momente und feinste Unterhaltung. Schroff-Schnelles wie “All Kippers And Curtains” wechselt sich mit Kopfnicker-Monstern wie “I Used To Say It’s Just A Phase” ab, das Broadway Calls-artige”A Puppeteers Party” (und das ist ein RIESEN-Kompliment!) und das eher ruhige “Outatime” sorgen für Abwechslung, von Anfang bis Ende und damit volle elf Songs und 39 Minuten liefern Idle Class unfasslich gut ab. Und werden das auch am 29. September im Molotow tun. Hingehen! (mf)
