Alter. Verdammt. Wie geil ist das denn? Und: brauchen wir jetzt noch The Strokes? Julian Casablancas legt hier mit seiner neuen Band ein atemberaubend großartiges Album namens “Tyranny” vor. Ein Album, das man jetzt so nicht erwarten durfte. Und gleichzeitig erwarten musste. So ein bisschen …
Denn ein Strokes-Album ohne die Strokes wäre ja albern gewesen. Also zerstört der Bengel hier mal eben alles und liefert mit The Voidz ein Dutzend Lieder ab, die nicht immer als solches bezeichnen werden können. Nein, das hier ist mehr, das hier ist Kunst. Die Kunst des Cross-Overs, die Kunst der Harmonie, die Kunst der Coolness. Unter anderem …
Julian Casablancas+The Voidz spielen sich durch 50 Jahre Popmusik, Weltmusik, Rockmusik. Da gibt es obskure Folklore, dreckige Elektronik, fiesen, sperrigen Rock N Roll, wirren Kraut und lärmigen Hardcore, gesprochene Worte, Sound Collagen und Samplings. Und das alles in der Rohfassung und gleichzeitig mächtig auf schwächlich produziert. Alles wackelt und wippt, mal im Takt und mal nicht. Und alles ist absolut großartig.
Der monotone, anstrengende Opener “Take Me in Your Army”, das rotzig-piepende “Crunch Punch”, der wilde Video-Song “Where No Eagles Fly“, der stampfende Hardcore-Punksong “Business Dog” oder das direkt anschließende Kuschelmonster “Xerox”. Alles eben.
Und alles eben gibt es hoffentlich am 14. Dezember im Mojo Club, wenn Julian Casablancas+The Voidz einen ihrer zwei Deutschland-Konzerte spielen. (mf)
PS: Ja, wir brauchen The Strokes noch.
