Unser Album der Woche kommt diesen Freitag von Norwegern, die sich langsam zu Stammgästen des Reeperbahn Festivals mausern. So haben sie letztes Jahr in der Kirche auf St. Pauli die Zuhörer mit ihren verschrobenen, aber immer zauberhaften Melodien – nun, was sonst? – verzaubert. Und dieses Jahr wird das gleiche im Knust passieren.
Die Rede ist von Einar Stray Orchestra. Eigentlich war die Band nur Sänger und Mastermind Einar Stray, doch im Laufe der Zeit sind die Bandmitglieder zu einer gleichberechtigten Gemeinschaft gewachsen und Einar Stray hat jetzt ein Orchestra im Namen. Zu recht. Denn mit Klavier und Streichern sowie den üblichen Verdächtigen Bass und Schlagzeug fehlt wirklich nicht viel bis zu einem ganzen Orchester.
Das Debut hatte den unaussprechlichen Namen “Chiaroscuro” und war vollgestopft mit Melodien und viel viel Klavier und Streichern. Das neue Album “Politricks“, das erste mit ganzem Bandnamen, beinhaltet zwei Songs von der letzten EP “For The Country” und natürlich brandneue Lieder. Musikalisch bleiben sie sich treu: Opulente Inszenierungen mit Dramatik und oft unerwarteten Wendungen, was gleich der Titeltrack “Politricks“ eindrucksvoll beweist. Dabei sind es nicht nur die Arrangements, die Einar Stray Orchestra aus der Masse der Indiepop-Bands hervorheben, sondern auch die Texte. Politisch, nachdenklich, melancholisch aber niemals nichtssagend.
Besonders überzeugend ist dieser Pop, der sich mit vollem Stolz “indie” nennen darf, live. Denn dann führt sogar das intensive “For The Country”, das auf Platte vielleicht etwas zu sperrig ist, zu Gänsehaut auch beim letzten Zuhörer im Raum. Versprochen! Nachzuerleben am Samstag, den 20. September im Knust. (eh)
