Eine hohe Erwartungshaltung kann einem schon ganz schön die Party versauen, wenn sie nicht erfüllt wird. So geschehen in meinem Fall beim neuen Mustasch Album “Thank You For The Demon”. Es ist das siebte der Band und tritt das schwierige Erbe seiner übergeilen Vorgänger “Sounds Like Hell, Looks Like Heaven”, “The Latest Version Of The Truth” und dem – zumindest normalgeilen – “Mustasch” an. Und das Gewicht dieses Erbes scheint zu bremsen.
“Feared And Hated” ist schonmal ein guter Einstieg, mit einer sehr starken Gesangshookline. Der Song ist zwar zahmer, als der gewohnte Mustasch-Sound, aber taugt perfekt als Single-Auskopplung. Fair enough. Aber ab jetzt volle Kraft voraus, oder? Track 2 “Thank You For The Demon” vertröstet weiter. Er steigt zwar vielversprechend ein, schleppt sich aber dann komplett im Downtempo durch sein kurzes Leben. Danach wird es erstmal härter, aber wo verdammt nochmal ist die Faust, die das Ding im Ohr abliefert?
Wo ist diese Wucht, mit der Mustasch sonst auf den Tisch dreschen? Wo ist diese Dynamik, mit der sie sonst auf der linken Spur unterwegs sind? Zu guter Letzt beschließt “Don’t Want To Be Who I Am” ruhig, aber ziemlich cool die Tracklist und wäre ein super Ausklang, wenn einem das Album zuvor die Gehörgänge grundgereinigt hätte. Aber selbst die ruhigen Songs waren sonst irgendwie fesselnder. “Thank You For The Demon” ist zwar alles andere als ein schlechtes Album, doch irgendetwas hält die Jungs diesmal am Boden. Aber hey, die heben auch wieder ab. Spätestens beim Konzert am 8. Mai im Knust! Da freuen wir uns tierisch drauf und präsentieren euch den Spaß auch gleich. Tickets gibts hier. (ds)
