“Wenn du die Welt nicht verändern kannst, veränder’ dich selbst.” – Ob Selig die Welt mit “Magma”, ihrem dritten Album nach Wiedervereinigung, verändern werden, sei dahingestellt. Sich selbst verändert, das haben sie in den letzten 20 Jahren dagegen sicherlich. Trotzdem war schon letzten Herbst auf der “In Bed with Selig”-Tour im Molotow zu spüren: Dieses Album wird es uns leicht machen. Nach dem dritten Hören singt man schon mehr als den Refrain fast fehlerfrei und gewippt und getanzt hat man sowieso schon lange vorher.
“Ich lüge nie”, singt Jan Plewka. Ungelogen, “Magma” klingt wie Selig, es erzählt wieder von Menschen, viel von Mädchen, allerdings schreit es nicht mehr ganz so herzzerreißend nach ihnen. Selig schrieben einst die Liebeskummer-Hymne einer Generation, nun “ist die Welt bereit”, es wird nicht mehr so viel gejammert. Den Grundton positiv zu nennen, mag übertrieben klingen, doch diese Platte bringt Spaß, erst recht wenn man gute Laune hat. Am 26. und 27. März erwarten euch mindestens zwei Stunden von Selig bis Magma im Docks und wir sind froh, dass diese Band weiß, was sie an ihren großen Liedern hat und sie offensichtlich immer noch gerne spielt.
“Wir werden uns wiedersehen”, sang Plewka 2008 und schloss damals endlich die 10jährige Lücke in unserem Plattenregal und “Magma” macht deutlich: So möchten wir noch weitere 20 Jahre begleitet werden und wenn es uns mal schlecht geht, schluchzen wir immer noch heimlich “Es ist so oh-ohne dich”. (eh)