Betrachten wir die (nach eigenem Bekunden) entschleunigt arbeitenden Sleeping Policemen (28. Januar | Astra Stube | mit Boa Constrictor auf dem Hit The North-Abend) aus Hamburg eingangs mal knapp über der Promillegrenze: Da kommt ihr, im März erscheinendes und selbstbetiteltes, Album gerade recht. Wie wäre es also damit, die wenig grazile Geschichte eines behenden Ehedramas einfach mal “White Russians” zu betiteln?
Müde sein von Diskussionen also, und wie war das eigentlich seinerzeit am Anfang, als wir jung waren? Egal. Vielleicht erbricht sich die Antwort ja auch auf der kurzen, nassglatten Treppe hinaus aus dem Laden in den viel zu späten Morgen.
Da liegen sie also später nach dem mittäglichen Aufstehen wie auf dem Präsentierteller, die Koordinaten. Zwischen grau-urbanem Storytelling, unscheinbaren Lösungsmitteln am Tresen deines Vertrauens, sehr oft sehr mehrstimmigem Gesang, teilweise ziemlich fröhlichen Tiefdruckmelodien und einer fast beiläufig ins Rennen geworfenen verfickt-melancholischen Gelassenheit. Mal eben Flügelhorn oder siebzehn Bekannte ins Studio laden um dem liebhaftigen Klang noch ein wenig mehr Volumen ins luftige Haar zu pimpen? Sitzt und wackelt. Unter Rick Mc”Tocotronic”Phail eben kein Ding. Einfach machen.
Ginge es mal wieder nach der Musikerpolizei, würden Sleeping Policemen wohl auf die, mit den namensgebenden “Geschwindigkeitsbegrenzungsknubbeln” verbaute, Indiepop-Tempo-30-Zone gewunken werden. Ginge es nach uns, würden wir euch alle mit dem Taxi vor die Astra-Stube fahren. Aber 2 Gästelistenplätze sind doch auch ein schönes Angebot: verlosung(at)concert-news.de | Betreff: “PiPaPolizei”. (kel)