Wer bis eben gedacht hatte, mit “Pisse” sei für das hysterische Aufmerksamkeits-Momentum seinerzeit auch alles zu Protokolle gegeben gewesen, hat die Abrechnung nicht gemeinsam mit Schnipo Schranke unterzeichnet. “Ich kann mich verändern. Wie hättest du mich denn gern?” – Nun. Nein. Friederike Ernst und Daniela Reis treiben es auf “Satt” so derartig auf die Ritze, dass selbst eigentlich unverdächtige Zitate wie “Du hängst an meinen Lippen” zum feuchtfröhlich spermatoiden Trauma gereichen.
Abgesehen davon dass der Genitalbereich jetzt einen Tacken behäbiger schunkelt, schmeckt & aneckt, kommen die restlichen elf Oeuvres wohlfeil frisch ungeduscht mit einer Dr. Sommerlichen Penetranz daher, dass sich jede Pubertätsverantwortliche Redaktion im Lande noch die eine oder andere unreine Pustel davon abschneiden kann. Bruno Labbadia oder die Abteilung Trash-Talk eines xy-beliebigen Frauenfußball-Teams finden zwischen “Schrank”, “Ja, nun” und “Tamponade (Gute Reise)” ganz sicherlich noch Inspiration für jeden Gegner zwischen Bolzplatz und Plazenta.
Musikalisch bleibt “Satt” dabei auf solch übersichtlicher Reife wie frisch nach dem Eisprung und macht damit alles richtig. Zu vertiefen auf dem ausverkauften Release-Konzert am 4. September im Hafenklang oder am 4. Dezember im Uebel & Gefährlich. (kel)
