Hamburgs’ Funk und Jazz sind ziemlich lebendig und treten nicht nur einmal jährlich mit dem Highlight Elbjazz Festival in Erscheinung. Auch die Wiedereröffnung des Birdland war ein starkes Zeichen für die Szene. Und dann gibt es auch immer wieder besondere Konzerte, die beweisen, dass hier so einiges geht. Zum Beispiel am 13. Mai. Zum Beispiel mit den lokalen Funk-Helden Diazpora. Die haben dann auch noch Schwarzkaffee eingeladen.
Diazpora sind nicht erst seit dem letzten Album “Step Up” eine Bank für Funk wie er sein soll – schwitzig, rauh und mit zwingendem Groove. Die Stücke von “Step Up” leben neben dem typisch treibenden Rhythmus auch viel von Improvisation, da sind Musiker am Werk, die solo auch mal Samy Deluxe oder Nils Landgren supporten. Und auch gemeinsam sind die “Gastgeber” des Abends stilistisch nicht eingleisig unterwegs, sondern bündeln viele Einflüsse zu einem ganz eigenen Ding. Kein Wunder also, dass auch ein Typ wie Pee Wee Ellis, der mit seinem Sax schon bei James Brown eingeheizte, Bock hat, bei den kreativen Auftritten mitzumischen (u.a. demnächst beim Elbjazz). Kostprobe gefällig?
Die Geschichte der Gäste begann vor zehn Jahren bei einer wöchentlichen Funk-Session in Leipzig. Dort trafen und fanden sich einige Jünger von James Brown und Sly and the Family Stone, die Idee war da, dann kam der Plan: Mit Gründung von Black Coffee entstand aus einem losen Zusammenschluss eine Funk-Unit, die seitdem ausgelassene Parties garantiert, zuerst vor allem mit Coversongs. Und dann war da noch mehr Energie, Kreativität, der Anspruch mit “eigenem” Zeug auf der Bühne zu stehen.
Die Combo schrieb eigene Songs, vergrößerte sich auf elf Mitglieder und startete mit dem Debüt “In The Machine” 2011 in ihre eigene Groove-Dimension. Die kleine Schwester Black Coffee gibt es aber immer noch und deshalb hört die große auf den Namen Schwarzkaffee. Das zweite Album “Radio Freakquency” lässt für das Konzert im Knust viel Gutes erwarten: Auf dem Teppich Funk tanzen da auch Hip Hop, Soul und Jazz eine heiße Nummer. Dabei klingt das Ganze nie gewollt nach Fusion, eher ganz so, als haben sich da Musiker mit unterschiedlichen Vorlieben zusammen- und ohne Kompromisse eine gemeinsame Sprache gefunden.
Neben der offensichtlichen musikalischen Wahlverwandtschaft verbindet beide Bands übrigens ein Hang zu ganz besonderen Bühnen-Outfits. Wir sind gespannt und gehen hin! (jb)
