Hach. Doppel-Hach. Denn wie ist das schön. Wieder und endlich. Olli Schulz macht wieder Musik. Endlich wieder und wieder wunderbar. So schön sein Schulzkowski auch war, so witzig, clever und unterhaltsam seine Geschichten mit dem Kollegen Böhmermann auch sind – als Musiker, als Sänger und Songwriter ist der Olli einfach am besten. Und auf “Feelings aus der Asche” sogar noch besser.
Fast drei Jahre sind seit “S.O.S. – Save Olli Schulz” vergangen und so gut dieses Album auch war und so gut auch die Sachen davor waren. Hier und heute klingt Olli Schulz stärker denn je. Reifer, ja, klar, erfahrener, bewusster. Aber weiter auch frei von allem, hemmungslos und aufregend. Musikalisch und inhaltlich.
“Comedyfreaks” antwortete er auf die Frage der kulturnews, wer denn unbedingt die Finger vom Album lassen sollte. Denn Comedy gibt es hier nicht. Keinen Buddy-Tag, keinen Bunga Bunga, keine Peinlichkeiten. Witzig sind viele Lieder trotzdem. Wortwitzig, intelligent, zum Schmunzeln, zum Merken und zum Genießen.
Und musikalisch? Meisterhaft. Weil Schulz hier zehn Lieder spielt und singt, von denen jedes anders ist. Wirklich anders. Aber doch ergeben sie alle ein Ganzes, ein Kunstwerk, einen echten Schulz. Die erste Single “Phase” ist zwar noch ein typischer toller Olli-.Track, “Boogiemann” aber zum Beispiel ist dann Chanson, ist Tom Waits, ist Rock N Roll. “Dschungel” versprüht Hamburger Beat-Geschichte, “Das kann hässlich werden” verneigt sich vor der Neuen Deutschen Welle und bei “Passt schon” rappt der Schulz auch noch. Und “Als Musik noch richtig groß war” klingt so:
“So muss es beginnen” eröffnet zuvor leicht und locker, “Der Mann im Regen” kurz vor Schluss ist eine düstere Ballade. Minimalistisch, eingängig, bedrückend. Und toll. Und Gisbert zu Knyphausen singt auch noch mit. Sonst spielt er hier viel Bass und ist Kollege von Arne Augustin (Klavier, Keyboards) und Ben Lauber (Schlagzeug). Produziert hat übrigens erneut Moses Schneider (Tocotronic, Beatsteaks). Und alle zusammen und zusammen mit Olli Schulz haben ein Album eingespielt, dass uns sicher das ganze Jahr begleiten wird. Bis zu den obligatorischen Jahrescharts und Rückblicken … (mf)
Live gibt es Olli Schulz am 17. und 18. März in der Großen Freiheit 36
