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    3 Fragen an: Dirk Darmstaedter

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    By Matze on 16. Oktober 2014 3 Fragen, Knust

    Ein neues Label namens Teaneck Records, ein sackstarkes neues Album namens “Before We Leave” und natürlich eine neue Tour, die ihn am 23. Oktober ins Knust führt. Und im nächsten Jahr wird er auch noch runde 50 Jahre alt.

    Es gab genügend Gründe, mit Dirk Darmstaedter zu telefonieren. Drei Fragen gibt es hier, das ganze Interview findet ihr auf der Gaesteliste.de.

    1) Gehst du inzwischen anders auf Tour als früher?

    darmstaedter3Als ich wirklich jung war mit meiner Band, das war natürlich ein ganz spezielles Gefühl. Die ersten Jeremy Days-Touren, das waren auch völlig andere Umstände. Jetzt bin ich ja meistens alleine unterwegs und ich liebe das Ritual. Ich liebe es, hier morgens noch ‘nen Kaffee zu trinken und dann meine Kiste vollzupacken mit Kabeln und alle meine Kabel schön zu ordnen. Dann auszusuchen, welche von meinen CDs ich am Abend in den Merch-Stand packe und die alle schön einzupacken. Und dann alles zum Auto runterzuschleppen und schön langsam mit iPod auf Shuffle-Modus durch Deutschland zu fahren. Ja, irgendwo anzuhalten, Kaffee zu trinken.

    Das Geile auch am Solo-Spielen ist, dass du die kürzesten Soundchecks der Welt hast! Ich bin so geprägt von diesen Band-Dingern. Zwei Stunden lang Drum-Soundcheck, das hält ja kein Mensch aus! Wenn du solo unterwegs bist, hast du natürlich echt viel Zeit. Ein großes Vorbild war für mich immer Lloyd Cole, mit dem ich 2005 getourt bin. Der rannte damals immer mit seinem kleinen Michelin-Büchlein rum und jede freie Minute, in jeder Stadt, ist er irgendwie losmarschiert mit seinem kleinen Rollkoffer, in irgendwelche von Michelin empfohlenen Restaurants oder Bars. Ich geh auch gerne rum und gucke mir Sachen an. Für mich sind nach wie vor Konzerte spielen und das ganze Drumherum die schönsten Teile vom meinem Job.

    2) Jetzt kannst du ja heute davon ausgehen, dass, wenn du eine Tour spielst, die Leute kommen. Also du musst dir ja jetzt wahrscheinlich nicht so die großen Sorgen machen, ob du nun irgendwie vor gar keinem spielst. Genießt du diese Sicherheit bewusst oder denkst du manchmal auch “früher war auch ganz spannend, weil ungewiss und aufregender”?

    (Lacht) Früher ist HEUTE, mein Freund! Früher, mit den Jeremy Days, hat man sich nicht so wahnsinnig viele Sorgen gemacht. Es ist genau JETZT so. Ey, wenn ich losfahre, ich weiß nicht, ob da 15 Leute oder 100 Leute stehen?!

    Ist das jetzt dein im Ernst???

    Ja natürlich! Also, ey, du weißt doch, wie das da draußen ist – das ist einfach bretterhart!

    Klar, ist es hart, aber du bist jetzt aber auch kein…

    Wenn ich in Hamburg spiele, natürlich, dann hoffe ich, dass da vielleicht 150 – 200 Leute stehen, aber wenn ich dann – kannst ja mal zu meinem nächsten München-Konzert kommen (lacht). Die Aufregung ist nach wie vor da: Kommt jemand oder haben die ‘nen Babysitter gefunden oder “Weiß nicht, wir würden ja gerne, aber wir sind grade auf Mallorca…” Die Aufregung ist nach wie vor IMMER da. Und wenn es eines gibt, was derzeit überhaupt, nicht am Start ist – nicht nur in meinem Leben, sondern in dem Leben von ALL meinen Musikerfreunden und Kollegen, egal, wieviel oder wie wenig Platten sie verkaufen – dann ist das irgendeine Form von Sicherheit!

    Sich zurücklehnen und denken “Ja, läuft schon… “, das kenn ich nicht, und ich sag mal, alle meine Freunde kennen das auch nicht. Da ist es letztendlich scheißegal, ob du seit 30 Jahren Platten machst und schon alles gemacht hast oder nicht gemacht hast. Gesetzt ist gar nichts! Aber ich beschwere mich auch nicht. Ich find’s auch aufregend, es ist alles im Fluss …

    3) Weißt du schon, wo du nächstes Jahr Geburtstag feierst?

    Um Gottes Willen – ja, ich hab ja bald! Neee, keine Ahnung. Ich bin nicht so’n Geburtstags-Typ, muss ich sagen…

    Interview: Mathias Frank

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