Was war das heiß im Juni. Und kalt. Und groß und klein. Und gut und schlecht. Und voll und leer. In Hamburg und Dänemark. Die Konzerte der vergangenen 30 Tage. Eine Auswahl.
Seapony (1.6. Molotow Bar) Augen zu, auf der watteweichen Wiese liegend in den Himmel gucken, zuckersüßen Melodien, Gitarren & Stimmen lauschen und irgendwann merken, dass man sich doch in der Molotow Bar befindet. Wunderhübsch! (nsc) *** Josh Groban (3.6., CCH1) Mit Band, Streichern, Bläsern, großem Chor und jeder Menge Witz und Charme überzeugte Josh Groban auf ganzer Linie. Absolut unerwartet. In dem jungen Musiker mit klassisch ausgebildeter Bariton-Stimme steckt ein riesen Entertainer. Wer hätte das gedacht. Von diesem Erlebnis zehren wir noch lange und wollen mehr! (cR) *** Neil Young & Crazy Horse (3.6., o2 World) Der Großmeister war mit Crazy Horse in der Stadt. Ein Pflichttermin, logisch! Und die Protagonisten hatten nicht nur starke Songs und Spiellaune im Gepäck, sondern auch den Schalk im Nacken. Sehr unterhaltsam wars und ein großartiges Bühnenbild aus überdimensionalen Fender Amps gabs zu sehen. Herrlich! Das eine oder andere Gekniedel und Gefiedel geht einem zwar manchmal auf den Geist, aber das sind halt die Crazy Horse Songs – da muss man dann auch schon mal 15 Minuten lang am Stück durch. God save Neil Young – Rock ´n roll will never die! (kw) *** Alcoholic Faith Mission (4.6., Astra Stube) Herzensangelegenheiten müssen ernst genommen werden, deshalb war vorne links auch reserviert und die “aaahhhs” und “ooooohhhs” waren laut. Laut vor Verzückung, voller Liebe für die süße Sängerin, für das Kuhglockengebimmel, für den tollsten Merch (Flachmann mit Alcoholic Faith Mission-Aufdruck) (ms) / “So many records, so many hits” – dazu die denkbar sympathischste Band mit allerlei musikalischem Gelöt und Songs über ‚Porn’. Nicht zuletzt das coolste Merch seit langem: Fla chmänner mit dem Bandschriftzug! Konzert des Monats? Möglich. (nsc)
Bad Religion (5.6., Docks) Ausverkauftes Docks, schwitzende Menschen und eine unglaubliche Hitdichte (“We’re Only Gonna Die”, “Generator”, “Recipe For Hate”, “21st Century (Digital Boy)”, “Anesthesia”, “I Want To Conquer The World” UND “Suffer” in den ersten 35 Minuten!) – alles wie immer also? Nein, Gitarrist Greg Hetson ist nicht dabei. Und fehlt. (mf) *** AussenBorder (6.6., Barkasse Hedi) Ahoi. AussenBorder spielen BratPop, wir braten in der Sonne. Mit dem kühlen Bier in der Hand und “Hamburger Berg” auf den Lippen schippert es sich herrlich entspannt durch die Speicherstadt und den Hafen. Hamburg von seiner wohl schönsten Seite. (cR) *** Torpus & the Art Directors (6.-8.6.: Ribe, Esbjerg, Tí¸nder – Dänemark) Mit Torpus & the Art Directors einmal das nördliche Bundesland hinter Schleswig-Holstein von Ribe über Esbjerg, bis nach Tí¸nder durchpflügen. Jeder Abend anders: Von halbnackten und mit Bier übergossenen Engländern, die die Bühne zu entern drohen, über tanzwütige Dänen, bis zum auffällig aufmerksamen und fast stillen Publikum alles dabei und alles auf seine Art fantastisch. Ebenso dabei: Ponch, ein famoser Singer/Songwriter von dem wir hoffentlich noch mehr hören werden. (nsc) *** Coasts (8.6., Molotow Bar) Lauschiger Sommerabend, eine gutaufgelegte Band und die Indiemädels am Start. Highlights: “Breathe” und “Oceans” (dr) *** Alicia Keys (10. 6., o2 World) Und niemand weiß, was diese komischen Tänzer da auf der Bühne sollen. Nur die Sängerin selbst. Diese bezaubernde, außergewöhnliche Sängerin, die ein tolles Konzert mit vielen Highlights spielt. Und am Ende sogar Jay-Z auf den Vorhang holt. (mf)
Phoenix (10.6., Stadtpark) Warum nur kann die Sonne nicht an solchen Abenden zwei Stunden früher untergehen? Die Franzosen aber bester Laune, großartige Stimmung trotz Tageslicht, nur wie so oft viel zu kurz. (eh) *** The Veils (13.6., Molotow) Zum Glück nicht verschreckt von der Vorband, umso glücklicher über diese musikalische Erinnerung an die jungen Tage. Zwar eher publikumsscheu, aber musikalisch Bombe! Wunderbar! (ms) *** Depeche Mode (17.6., Volksparkstadion) Wortkarg aber freudestrahlend und Pirouetten drehend präsentiert sich Dave Gahan in der ausverkauften Arena. Er scheint in absoluter Bestform und den Spaß seines Lebens zu haben. Depeche Mode führen solide durch das etwas durchwachsene Set, ehe sie die Massen in der Zugabe mit dem Hitpaket bestehend aus ”Just Can’t Get Enoughâ€, ”I Feel You†und ”Never Let Me Down Again” noch einmal richtig aufpeitschen. (cR) / An diesem Montagabend zeigt sich die Band in bester Spiellaune und der Wettergott einigermaßen gnädig. Aber schließlich waren DM in der Stadt ihres ersten Deutschlandkonzertes. 1981, Markthalle, wenn ich richtig irre. Dave war professionell sexy und in Hochform, Martin legte seine minimalistischen Soli samt Grinsegesicht auf und Fletch muss eh nur aufpassen, dass er bei seinen vorprogrammierten Songs nicht aus Versehen den falschen Synthie-Knopf drückt. Dazu leichtes Kniebeugen und wedelnde Arme. Seine Sonnenbrille ist eh festgewachsen. Fletch ist halt einfach cool!
Sieben neue Songs bedeuteten automatisch weniger Klassiker, aber das muss man der Band zugestehen, klar. Das sind schließlich Depeche Mode, mann! Lirum, larum – das Konzert war groß, wenn auch ohne Gänsehautfaktor. (kw) *** Waves Of Joy (19.06, Hanseplatte) EP-Präsentation der sympathischen Hansestädter und Krach & Getöse-Gewinner mit neuem & altem Liedgut, sowie neuen & alten Bandmitgliedern, in Hamburgs sympathischster und überfüllter Sauna, die erahnen lassen, dass da noch Großes kommen wird. (nsc) *** Dinosaur Jr. (30.06., Uebel & Gefährlich) Für’s erste Mal ein ordentliches Brett, wenn auch der Gesang in den vorderen Reihen etwas breiig war… dafür die Gitarre aber schön gniedelig, wie es sich gehört. Und trotz J. Masics’ Wortkargheit ihn auf jeden Fall wegen seiner übergroß geschriebenen Setlist ins Herz geschlossen. (ms)
PS: Und was ist mit den Festivals? Die bekommen demnächst einen eigenen Chor. Oder zwei.
Torpus & the Art Directors (06.-08.06.: Ribe, Esbjerg, Tí¸nder – Dänemark) Mit Torpus & the Art Directors einmal das nördliche Bundesland hinter Schleswig-Holstein von Ribe über Esbjerg, bis nach Tí¸nder durchpflügen. Jeder Abend anders: Von halbnackten und mit Bier übergossenen Engländern, die die Bühne zu entern drohen, über tanzwütige Dänen, bis zum auffällig aufmerksamen und fast stillen Publikum alles dabei und alles auf seine Art fantastisch. Ebenso dabei: Ponch, ein famoser Singer/Songwriter von dem wir hoffentlich noch mehr hören werden. (nsc)