Einige Künstler wollen scheinbar ein Mysterium bleiben, möchten nicht, dass man Zeit damit verbringt, sie im Internet zu durchleuchten. Wie sonst lässt sich erklären, dass sich Bands Namen wie Merchandise oder Toy geben? Gleiches gilt für ME, die zu Beginn ihrer Karriere – ganz verrückt – [Me] sogar noch in eckige Klammern setzten. Bei den vier australischen Jungs machte nach eigener Aussage gerade die Tatsache, dass sich der Name schwer googlen lässt, diesen zum perfekten Bandnamen.
ME – mit ihrem farbenprächtigen, theatralischen Rock – lassen lieber ihre Musik sprechen, wie am 20. März in der Prinzenbar. An gleicher Stelle begeisterten uns ME vom Fleck weg bereits im Herbst 2011, als sie dort im Rahmen des Reeperbahnfestivals erstmals in Hamburg in Erscheinung traten. Damals hatte die Band gerade die frisch produzierte EP “Another Story High” dabei, welche sie an die Konzertbesucher verteilte. Nun endlich ist das Debütalbum “Even the Odd Ones Out” fertig, das seit dem 1. März in Deutschland erhältlich ist.
Der Sound von ME ist eigenständig, obwohl er an Klassiker wie Queen oder Led Zeppelin erinnert und hier und da vertraut nach The Ark oder ABBA klingt. Er ist gewaltig und dramatisch zugleich. Mit Orchester und Chören unterlegt klingt es auf “Even the Odd Ones Out” stellenweise nach Filmmusik und die größte Parallele, die einem dabei immer wieder in den Sinn kommt, ist MUSE. Die Stimme, der Hang zum ganz großen Bombast, der Einsatz von Streichern und Bläsern. Und dennoch sind es ME – mit einem ganz eigenen Sound. Einem großartigen und abwechslungsreichen Sound.
All das werden sie am kommenden Mittwoch in der kuscheligen Prinzenbar zum Besten geben und wir erwarten die Band in absoluter Spitzenform, denn was das seit letztem Jahr in London lebende Quartett bereits an Liveerfahrungen gesammelt hat, ist beachtlich. ME hat diverse Touren (auch als support von Kasabian, Panic! at the Disco, Twin Atlantic etc.) und Festivals absolviert und gerade erst teilten sie sich noch die Bühne mit den Red Hot Chili Peppers, The Killers und anderen beim Big Day Out Festival in ihrer Heimat Australien. Zudem freuen sie sich riesig auf Deutschland – sie ziehen sogar just an diesem Wochenende von UK zu uns. Denn weil es hier gerade sehr gut für die Herren läuft, wollen sie die sich ergebenden Möglichkeiten beim Schopfe packen und das geht am besten, wenn sie hier leben. Wir freuen uns jedenfalls riesig auf ein Wiedersehen! (cR)