Orientalische Klänge eröffnen das neue Album, ein Kerl singt auf Arabisch. Dann steigt Björk ein und man erkennt “Crystalline”, einen Song vom bisher letzten Album der großartigen Isländerin. Hier gibt es die Nummer im so genannten Omar Souleyman Remix und scheiße, das Ding ist super. Und der Opener von “Bastards“, auf dem eben “Biophilia” neu interpretiert, neu produziert, neu gemixt wird. Das Ergebnis klingt fantastisch.
Björk selbst sagt dazu: “Mich hat unglaublich beeindruckt, wie ‘Biophilia‘ in diesen Remix-Versionen auf vollkommenes Neuland transportiert wird und dabei trotzdem die Essenz der jeweiligen Original-Tracks erhalten bleibt. Wie so oft bei gelungenen Remixes heißt das im Grunde genommen: Mehr Beats, die Stücke haben jetzt Beine, auf denen sie tanzen können! Ich habe ganz schön lange daran gesessen, diese Auswahl zu treffen, und mir ging es dabei gar nicht mal um die besten Einzeltracks, sondern um die perfekte Remix-Auswahl, die als Ganzes funktioniert.”
Experten wissen, dass diese Tracks nicht so nagelneu sind, sondern in der Vergangenheit bereits nach und nach veröffentlicht wurden. Doch jetzt gibt es sie gesammelt und jetzt verschmelzen sie bei all ihren Unterschieden, bei all ihren Facetten zu einem Ganzen. Und Großen. Denn was tritt dieses Album tatsächlich Arsch, was ist das aufregend geworden. Jeder Song für sich, alle 13 in einer Reihe.
Ein Highlight ist ganz sicher das von Matthew Herbert bearbeitete “Mutual Core“. Sein “Teutonic Plates“-Mix kommt erst sanft und verträumt, wird dann schroff, aggressiv, und wächst langsam zu einem Monster. Auch “Sacrifice” im Death Grips Remix ist so ein mutierendes, aufregendes Ding, das so anstrengend wie faszinierend ist. Beim Klick auf den Songtitel dürfen die Nummern übrigens gehört werden.
Und das sind nur zwei Beispiele. Denn ob jetzt das sphärische “Mutual Core” im Remix der These New Puritans (ja, manch Track wurde mehrfach geremixt), das leicht dubsteppige “Solstice” von Current Value, das nahöstliche “Thunderbolt” in einem weiteren Omar Souleyman Remix (ja, auch manch Remixer war mehrfach am Start) oder das verträumte “Virus” (Hudson Mohawke “Peaches and Guacamol” Rework) – die Leute hinter den Liedern, wussten, was sie taten und das taten sie saugut. (mf)