Metronomy, das ist doch die Band von diesem zupanierten Emoscheitelboy mit x-Promi-Hannah Montana-”Schauspiel”-Schwester Miley Cyrus, oder? Ähm, nein – das sind Metro Station, und die vergessen wir auch ganz schnell wieder. Metronomy aus Totnes, Devon, UK (der heimlichen Talentschmiede des Königreichs) hingegen sind die vielleicht unbekanntesten Headliner, die das MS Dockville Festival in seinem 6jährigen Bestehen hervorgezaubert hat. Hierzulande zumindest sind die Briten noch ein halber Geheimtipp, und das von dem Quartett völlig unverschuldet. Denn das 2011er Glanzlichtalbum “The English Riviera” ist bereits das dritte Studioalbum der Bande um Masterfrickler Joseph Mount, seit der Bandgründung 1999 sind außerdem noch eine handvoll EPs erschienen.
Das muss man auch erstmal hinbekommen, so lange einigermaßen ungehyped zu bleiben. Seit die Single “The Look” aber zum festen Repertoire jeder anständigen Indietanzveranstaltung gehört, dürfte sich das langsam ändern. Mit dem Auftritt beim MS Dockville Festival sicherlich endgültig. Zu bezaubernd ihre Songs (Elektro-Swingfunkindiepop, so grob), zu formidabel die Dame und Herren live (durften deshalb sogar schon Bloc Party, Klaxons und Justice begleiten), zu beeindruckend ihr Bühnenbild (umgehängte Lightbulbs! Waldorf-Choreografien! Alles!). Das alles hoffentlich im Sonnenuntergang, mit getanztem “The Bay” und Möwengeschrei. Einen besseren Geheimheadliner hätte man sich nicht wünschen können. Also: auf keinen Fall verpassen, das! Vorgeschmack gibt es hier: