Banddokus können furchtbar nichtssagen sein. Oder einem bewusst machen, warum genau man eine Band super findet. Die Foo Fighters-Rückschau “Back and Forth” zum Beispiel kann das. Vielleicht haben Danko Jones genau wegen diesem schmalen Grat zwischen Selbstbeweihräucherung und berührender Momentaufnahme des eigenen Schaffens so lange gebraucht, um eine DVD auf den Markt zu werfen.
Nach fünf Jahren Arbeit an “Bring On The Mountain” ist sie angeschwollen zu einer Doppelscheibe mit besagter 90-minütigen Bandhistorie, dem starbesetzen, actionreichen Kurzfilm “The Ballad of Danko Jones”, mit legendären Livemitschnitten aus sechzehn Jahren Bandgeschichte und der gesamten Videografie der Kanadier. Genug Futter also, um die Zeit bis zum nächsten Studioalbum zu überbrücken (kommt Anfang 2013). Und eine gute Gelegenheit, um die Urmutter aller Rock’n’Roll-Stage-Personas, Danko Jones das Bühnengroßmaul himself, auf eine etwas andere Art kennenzulernen. Abseits der Bühne sieht der nämlich nicht nur aus wie Professor Nerd, der sein eigens Alter Ego erklärt, sondern ist ein ziemlich zurückgenommener, reflektierter Typ. Das Geheimnis hinter der Schlaumeierbrille lüfter er aber natürlich auch – und die ist dann doch ziemlich krasser Scheiß.
Was man sonst noch zu sehen bekommt: Danko, der in seiner Garage nach seiner allerersten Gitarre samt Verstärker kramt und für einen kurzen Moment in sentimentalen Erinnerungen schwelgt. Videomitschnitte der allerersten Aufnahmen – Danko damals schon mit der natürlichen Arroganz gesegnet, die ihn zu einem grandiosen Performer macht. Und der Ritt durch die Bandgeschichte mitsamt Spinal Tap-esken Drummerbesetzungswechseln.
Aktuell darf Atom Willard (vorher auf dem Drumschemel bei The Offspring, Social Distortion und Angels & Airwaves) ran, der als wahrer Danko Jones-Fanboy auch den Booklettext zu “Bring On The Mountain” verfassen durfte. “Danko Jones haben nie mit den ‘Regeln’ des Business gespielt. Sie haben keine Kompromisse gemacht. Das macht sie so einzigartig und so großartig. Diese Band kämpft – und der Kampf besteht darin immer besser zu werden, sich dabei aber selbst (und den eigenen Songs) treu zu bleiben. Eine echte und ehrliche Rock’n’Roll-Band ohne Spielereien, ohne Bühnen’show’, ohne Computer, ohne Lippenstift oder irgendetwas anderem, das nur dazu da ist um Songs aufzuwerten, die es alleine nicht schaffen würden – weil sie so was nicht brauchen.” Recht hat er.
Wir freuen uns jedenfalls auf den 21. Oktober, dann kommen Danko Jones ins Docks. Wie immer wird es mit dem Powertrio ein Abend im schwitzigen Angesicht des Rock’n’Roll. (mmk)