Was war das für ein Debüt, “Lungs”, damals 2009! Die freakige Florence und ihre Band, the Machine. Viel zu sagen hatte die damals 22-jährige. Die lebhaften, extravaganten Songs, die sie der Legende nach in ihrem Südlondoner Schlafzimmer erträumte, machten aus Florence schnell das Wunderkind des Indierocks. Keine Überraschung also, dass der Nachfolger “Ceremonials” gespannt erwartet wurde. Und beinahe auch keine Überraschung, dass die Kritik, freundlich formuliert, eher verhalten reagierte. Von “einem ziemlichen Brocken von Album” (Spiegel), gar von “Opium für die Bionade-Boheme” (Tonträger-Blog der Zeit) war die Rede.
Keine Frage, Florence Welch hat sich weiterenwickelt, ist nicht mehr die ganz junge Antifolkprotagonistin. Aber ist es nicht auch ganz schön cool, sich eben nicht von dieser Erwartungshaltung beeindrucken zu lassen? Ist es nicht ziemlich normal, gerade in den Zwanzigern vor Experimentierfreude fast zu platzen? Sicher ist es eine Geschmacksfrage, ob man die leicht abgedrehten “Lungs”-Stücke oder die deutlich opulenteren “Ceremonials”-Klanggewitter bevorzugt. Sicher ist auch, dass es sich lohnt, die Frau mit der Maschine live zu sehen. Denn das, und da ist sie sich treu geblieben, ist allemal ein Erlebnis. Viel Spaß also am 25. März in der Großen Freiheit 36! “Leider” ausverkauft. (veb)