Angesichts der Vorstellung von heißer Pipi im kalten Schnee mutet es zunächst schon etwas seltsam an, aus dem ursprüngliche “Gelben Album” nun diese Winter-Bob Musik-Edition zu kreieren. Und ja sicher, den notwendigen, pädagogisch ohne Frage diskutablen Ansatz kann man hinterfragen. Oder darüber diskutieren, ob im Produktionsbüro unter den weißen Flocken und zur heiligen Makrele nicht noch ganz andere, kaum jugendfreie Substanzen aufgetischt wurden. Aber hey. Sponge Bob ist im Haus und endlich durfte die Welt erfahren, für welchen Bedarf (“Lecker, Lecker”) zum Beispiel “Waka Waka” in Wahrheit geschrieben wurde.
Schicken wir dem potenziellen Konsumenten fairerweise voraus, dass mit “Schnee in Bikini Bottom” und “Frohes Fest” gerade mal zwei neue Stücke auf der Bobfahrt in Richtung Tal rauschen. Herhalten mussten dafür die “Party Rock Anthem” (LMFAO) und “Raise Your Glass” von Pink. Richtige, auch bereits erwachsene, Sponge Bob Nerds freuen sich aber weiterhin ebenso über die bis dato selten gehörte Dee Snider-Hardrock-Adaption “Taube Nüsschen”.
Mit Beethovens “Ode an die Freude” wird letztlich ja auch der klassischen Früherziehung Genüge getan und wer von seinen stinkenden Rotzlöffeln schon immer mal über die Atzen oder Scooter ausgefragt werden wollte, bekommt hier ganz sicherlich die bestmögliche Gelegenheit ins blitzsaubere Eigenheim geliefert. Übrigens waren wir nicht alle auch mal irgendwann grenzdebile Schlümpfe? Wer das trotzdem doof findet, fährt halt einfach mit dem feuchten Schwamm drüber. (kel)