Nach dem 2023er-Schlammschluckauf hätte niemand mehr einen Zeh in die Matsche von Wacken gesetzt. Und dann das: Das Wacken Open Air 2024 war – haltet euch fest – einfach gut. Kein Morast, kein Chaos, keine Biernot. Stattdessen vier Tage Sonne wie bestellt, Orga mit Uhrwerkpräzision (wirklich jetzt!) und 85.000 Menschen, die kollektive Festival-Erlösung feierten. Fast schon unheimlich. Fast.
Und die Musik? Nun. Ja. Wow. Amon Amarth? Pyro. Dampf. Drachenboot. Korn? Klassiker-Keule nonstop. Scorpions? 50 Jahre “Wind Of Change” auf einmal. Accept? Einfach Metal. Ohne Filter. Und dann war da noch das Who’s Who aus allen Himmelsrichtungen der Stromgitarrenhölle: Behemoth, Architects, Flogging Molly, Alligatoah, Blind Guardian, Feuerschwanz (ja, nochmal – und wie!), u. v. m.
Einziger Haken: „Witches & Warlocks“? Ja gut – bisschen wie Schlagermove nach Sonnenuntergang, aber mit Umhang statt Glitzerhemd. Aber egal. Fazit: Wacken lebt. Und wie. Schaut euch an, wie Wacken 2024 komplett eskaliert ist – in unserem Rückblick: Wacken Open Air 2024 – Sonne, Sound und Seelenfrieden.
Wacken 2025? Schon wieder ausverkauft. Natürlich. Aber was da kommt, liest sich wie das härteste, bunteste, lauteste Überraschungsei der Szene. Machine Head, Guns N’ Roses – ja, wirklich. Zum ersten Mal. In Wacken. Wir mussten uns kurz setzen. Papa Roach, Saltatio Mortis (25 Jahre Schwert-Party), Gojira, Dimmu Borgir, Within Temptation, Apocalyptica, Ministry, Tarja & Marko Hietala, Grave Digger (45 Jahre), Clawfinger, Obituary, Static-X, Soen, Mastodon, Walls Of Jericho. Und dann wird’s noch breiter: Heaven Shall Burn, Orden Ogan, Equilibrium, Legion Of The Damned, Emil Bulls, Dog Eat Dog, Striker, Toxic Holocaust, The Night Flight Orchestra, Ankor, As Everything Unfolds, Alcest, Kanonenfieber, Vulvarine, Pentagram aus Chile, irgendwas mit Core, irgendwas mit Kutte, irgendwas aus Südamerika, das dir beim dritten Song die komplette Stirn abfräst.
Nachwuchshoffnungen, Geheimtipps, Szene-Veteranen – also alles dabei. Keiner weiß, wie das alles auf einen Zeitplan passt, aber irgendwie passt es halt doch. Wacken halt. Die Running Order ist jetzt online. Ja, wirklich. Viel Spaß beim Panik-Planen Running Order.
Wichtig: Wacken ist keine Playlist. Es ist ein Paralleluniversum. Was du da erlebst: Showkämpfe, Bruchenball (fragt nicht), Feuerspucker, Cagefights, Motorshows, Plüschtiere in Extremsituationen. Im Wasteland wird geprügelt, im Wackinger Beergarden akustisch geschmust – z. B. mit Van Tastik, Nikkijara oder Angry Zeta. Dazu Gaukler, Pyro, Mittelaltermarkt, und immer irgendwas, das brennt oder schreit. Neu 2025: Space Camp – Metal trifft Mars. Ja, kein Scherz. 2025 hebt ab. Mit dabei: Max-Planck, Fraunhofer, OHB, HyImpulse, WARR, BEARS e.V. – klingt wie das Line-up vom Chaos Communication Congress, ist aber echt. Raumfahrt meets Rock’n’Roll. Sterne schauen, während Ministry spielt. Warum nicht?
Wacken bleibt Wacken – nur eben lauter, schräger, weiter. Und 2025 wird… keine Ahnung. Aber wir sind sowas von dabei. 30. Juli bis 2. August.
