Doppelt hält besser. Oder auch: mehr geht immer. Denn nicht nur, dass Shoreline am am 23. Februar ihre neue Platte “To Figure Out” releasen (und die ersten Songs – “Needless”, “Seoul” und ganz frisch auch “Reviver” – machen mächtig Lust drauf), die Band wird in den kommenden Wochen gleich zweimal in Hamburg spielen. Am 2. Februar supporten Shoreline die wunderbaren Spanish Love Songs im Bahnhof Pauli (wir präsentieren), am 4. Mai spielen sie eine Headliner Show in der Molotow Skybar. Wir haben Sänger und Gitarrist Hansol Seung gefragt.
Ihr spielt öfter als Vorband und scheint es zu mögen. Was ist das Tolle daran, was bringt es einer Band und was ist vielleicht doch nicht ganz so toll?
Es hat definitiv Vor-und Nachteile. Es ist toll, so viele verschiedene Künstler*innen kennenzulernen und auch die Möglichkeit zu bekommen, vor neuem Publikum zu spielen – das hilft dir als kleinere Band natürlich total. Vor allem wenn man mit Bands spielt und tourt, von denen man selbst Fan ist oder die Musik gut findet. Es ist aber auf jeden Fall auch ein bisschen stressiger, man spielt oft nur 30 Minuten, muss schnell von der Bühne runter nach dem Set und man muss das Publikum ja erstmal überzeugen, einem zu zuhören, im Grunde sind wir ja für viele nur die Unannehmlichkeit zwischen ihnen und dem Headliner haha. In den allermeisten Fällen sind die Menschen aber sehr aufgeschlossen uns gegenüber und ich würde auch behaupten, dass wir sehr viele Menschen (und sie uns) über support touren kennengelernt haben, und jetzt unsere Band unterstützen und folgen.
Wie wichtig ist es, dass man den Headliner musikalisch und / oder menschlich mag? Gerade menschlich weiß man es ja vielleicht nicht immer im Vorfeld.
Das ist beides schon wichtig finde ich! Wir verbringen ja echt viel Zeit miteinander, wenn man tourt, bei einzelnen Shows fällt es vielleicht etwas weniger ins Gewicht. Aber ehrlich gesagt: Den längsten Zeitraum unserer Bandgeschichte haben wir einfach alles gespielt, angefragt und angenommen, was wir bekommen konnten. Da gibt es auch ein paar Bands, mit denen ich lieber nicht nochmal touren würde, manchmal ist das gar nicht so toll alte Helden zu treffen, haha.
Mit jeder neuen Platte stehen mehr Songs für die Setlist zur Verfügung. Wird’s schon sehr schwer, sich zu entscheiden?
Du hast recht, wir haben jetzt echt einige Songs, aus denen wir auswählen können. Ich glaube, schwer fallen wird es uns nicht die Auswahl zu treffen, eher welchen Song wir in welcher Reihenfolge spielen, darüber werden wir sicher noch einige Proben diskutieren, haha.
Wie war die Tour mit Iron Roses? In Hamburg fand ich es super!
Vielen Dank, super, dass du da warst! Der Rest der Tour hat auf jedenfall mega Spaß gemacht, es war entspannt, weil wir Nathan schon von unseren Shows mit Boysetsfire kannten und wir auf der Iron Roses Tour auch viel von der Backline geteilt haben – aka mehr Platz im Van und weniger zu schleppen. Rundum einfach eine schöne, low pressure, entspannte Atmosphäre und Tour.
Wie wird die Tour mit Spanish Love Songs? Kennt ihr die Band schon persönlich?
Ich hoffe sie wird super! Aber alles spricht erstmal dafür, die Deutschland Shows sind fast alle schon sold out und der Rest der EU Dates wird sicherlich auch gut. Wir haben Spanish Love Songs 2016, glaube ich, kennengelernt, als sie in Münster mit ihrer ersten Platte noch in der Baracke aufgetreten sind . Seitdem haben wir auch noch einige Male mit ihnen gespielt. Aber das ist jetzt die erste längere Tour mit ihnen, freue mich sehr sie wieder zu sehen und abzuhängen!
Wie wird die Headliner Show im Molotow im Mai in Hamburg?
Oah, die wird hoffentlich auch spitze! Hamburg war bisher immer sehr sehr gut für uns, aber wir waren (sic!) noch NIE als Headliner da. Es ist immer etwas dazwischengekommen, Corona, private Probleme, dass wir es bisher nie geschafft haben. Wir sind die ewige Supportband in Hamburg, haha. Versteh mich nicht falsch, glaube wir waren mehr als 10-mal in Hamburg bisher? Mit Hot Water Music, mit Boston Manor, The Flatliners, auf dem Booze Cruise … da wird es endlich mal Zeit für eine eigene Show!
Interview: Mathias Frank
