Ja. Wir sind ein wenig spät dran. Aber dafür gibt es nicht nur mal wieder ein Album der Woche. Sondern gleich zwei. Denn wenn man sich mal wieder nicht entscheiden kann … Aber: Am vergangenen Freitag erschienen das mal wieder unfasslich großartige neue Quicksand-Album “Distant Populations” sowie “A Good Year To Forget” von Joey Cape. Natürlich auch: großartig. Also auch: Album der Woche. Alben der Woche. Der vergangenen Woche. Beide.
Quicksand also ziehen ihre Reunion richtig durch. Man spielte und spielt live, vor vier Jahren erschien mit “Interiors” zudem ihr erstes Album seit 22 Jahren, jetzt kommt “Distant Populations”. Und was kann man anderes sagen als: Mein Gott, Walter! Es ist wieder mal ein Schreifels-Killer-Ding geworden, es sind elf wunderschöne Brecher, es ist ein Album, das man sich immer immer immer wieder anhören kann. Aktuell allerdings nur digital. Erst am 24. September erscheint “Distant Populations” via Epitaph auch als Tonträger.
Bis dahin also: Quicksand-Liebe im Corona-Modus. Zoom, Teams, Spotify. Eine Soße. Nur Hits. Post-Hardcore irgendwie, aber natürlich mehr. 90er Note, ganz viel Melodie, ganz viel Ohrwurm und Hymne. “Lightning Field” zum Beispiel. Anderes stampft mehr, ist hier und da etwas sperriger, wie “Colossus”, oder auch mal ein wenig leiser, gemächlicher. Auch wenn ein “Phase 90” trotzdem voller Energie ist. Das ganze Album ist voller Energie, Dynamik und Kraft, an jeder Ecke spürt man die Leidenschaft, die Liebe. Es groovt, es ballert, es ist wunderschön!
Wunderschön wird es am 1. September. Draußen im Grünen, Planten un Blomen, Musikpavillon Freilichtbühne. Joey Cape! Live. Wir freuten uns bereits hier. Und freuen uns jetzt über: “A Good Year To Forget”. Ein wunderschönes Stück Musik. Cape und seine Gitarre und sein Leben. Unser Leben. Was ein Scheiß. Pandemie, Rassismus, Klimakrise. Dazu Cape: Covid bekommen, Ehe geschieden, Vater gestorben. Was für ein Jahr. Wunderschön wäre der falsche Begriff. Aber genau so klingt es.
Denn: Joey Cape, Sänger von Lagwagon und Gitarrist von Me First And The Gimme Gimmes, ist ein überragender Songwriter und macht überragenden Singer/Songwriter-Krams, kann aber auch Country, Folk und so etwas wie Pop. Pop-Melodien. Große Gänsehaut-Pop-Melodien. Und natürlich kitschig-schöne Melodien. Hört euch mal “Check Your Ego At The Door” an. Anders ist einfach nur ergreifend, manches mit musikalischen Humor, “A Good Year To Forget” ist so viel mehr als ein Typ und eine Gitarre. Es ist: großartig. Und seit letzter Woche so richtig da. Siehe hier, siehe bei Finest Vinyl. Und dann: siehe live. 1. September. Draußen im Grünen. (mf)
