“Ein Keil muss nicht immer aus hartem Material sein, um seine Wirksamkeit zu entfalten”. Diese Wikipedia-Erkenntnis nehmen wir doch gerne als Steilvorlage. Denn die Stücke auf “#20sechzehn” holen sich ein Stück weit ihre “Alles wird gut”-Kräfte aus einer gut grundierten und gesunden Naivität. Realistische Scheu vor der unbekannten großen Stadt hier, nocturne Träumereien dort. Norman Keil, von 2008 bis 2017 Songwriter und Gitarrist des Fury In The Slaughterhouse-Sidekicks Wingenfelder, setzt oft dort an, wo Eigenverantwortung sich eine kurze Pause gönnt. Oder auch einfach gönnen muss.
Deshalb fangen Keils Lieder oft sanft auf, und das kann man ohne Frage zwischendurch auch gut so machen. Denn es sind “Lieder, denen man glaubt”, um nur einmal die Wümme-Zeitung zu zitieren, die Norman Keil unlängst im herrlichen Künstlerdorf Worpswede besuchte. Pohlmann und Bosse werden da übrigens als Referenzen genannt. Wer öfter mal im Radio “Bremen 2” einschaltet, kennt diesen Modus: Lieder für stille Augenblicke zwischen den Tageszeiten. Lieder für Kapuzen und Hüte, Lieder aus dem Tränensack und folgerichtig Lieder nicht ganz ohne Augenringe. Muss man nicht auf der Fahrt zur Arbeit hören um durch den Tag zu kommen, sondern lieber auf dem Weg ins warme Zuhause. Oder zum Konzert in der Nochtwache am 24. November. (kel)
