Puh. Schwere Entscheidung. Heute nämlich veröffentlichen Captain, We’re Sinking UND Rozwell Kid ihre neue Alben. Zweimal Indie mit was bei, zweimal ohne Ende gut, zweimal Album der Woche – zweimal bitte kaufen. Hier zum Beispiel.
Captain, We’re Sinking veröffentlichen heute ihr erstes Album seit vier Jahren, Rozwell Kid haben ein Jahr weniger gebraucht, beide Alben werden uns durch den Sommer begleiten. Das sei hiermit versprochen, alles andere wäre eine Schande. Denn ob Strand oder Balkon, Auto, Fahrrad oder Club, diese Platten gehören dazu und das für eine lange, lange Zeit.
Captains “The King of No Man” erscheint auf Run For Cover Records und passt hier auch ganz hervorragend hin. Mit seinem emotionalen Punkrock, mit seinen düsteren, nachdenklichen, persönlichen Momenten, mit seinen Midtempo-Parts und wilderen Augenblicken, mit seinem Pop und vor allem mit Klasse und seiner Vielfalt.
Geht “Water” nämlich noch als fast schon euphorischer Emopop durch (der Song läuft hier), kommt das verdammt noch mal extra-großartige “Don’t Show Bill” zwei Nummern lärmender, lauter, hemmungsloser, “The Future Is Cancelled Pt. II” dann klingt wie eine schroffe und wilde Version von Placebo (!), “Smash 2” und “Cannonless” sind verkopfter RFC-Punk, “Trying Year” verspielter Indie. Und nahezu jeder Song ziemlich sehr gut. Willkommen zurück und hoffentlich auch bald mal live in Hamburg.
Gleiches wünschen wir uns natürlich auch von Rozwell Kid. Denn das, was sie auf ihrem neuen, auf SideOneDummy beheimateten Album “Precious Art” machen, dürfte live für allerbeste Laune sorgen, für mächtig Bewegung vor der Bühne und ganz viel Grinsen und Bierdurst. Indie ist das, klassischer, dreckiger, verträumter, verrückter Indie zwischen Dinosaur Jr. und ganz viel Weezer, aber auch mit einem ober-lässigen Slacker-Charme, mit Einflüssen aus Punk und Powerpop und den Beach Boys und Nada Surf.
Aus all diesen Stilen und Stimmungen und vermischt mit ihrer eigenen Fantasie und Hemmungslosigkeit zaubern die Jungs dann grandiose Sachen wie “Wendys Trash Can” oder “UFH On DVD“, Midtempo-Cuomo-Verneigunen wie “Total Mess”, das keine Minute brauchende “Wish Man” und das fast sechs Minuten lange “Michael Keaton”, eine klebrige “Ballade” namens “Mad TV” und eine unfasslichen Indiediscopunkrockweezer-Hymne namens “Boomerang”. Wahnsinnig gutes Album. Eines der zwei besten diese Woche. (mf)
