Dieses hier wird an einem nebligen, ungemütlichen Dienstagmorgen verfasst. Neblig aber nicht nebulös. Das ist wichtig, wenn man Jim Buttons kristallklar kaltes Wasser erleben möchte. Das Element fließt auf “Undone” gleich von der ersten Sekunde an, umspült den Übergang von Traumzustand zu Wachsamkeit zu Insomnie auf ganzer Albumlänge. Jim Button ist Carolin, war die Gruppe Winterhood, ist Jim Button aus Hamburg. Das ist zwölf anspruchsreiche, frierende Popsongs lang geil so.
“Keep Calm And Carry On” tanzt zwischen backpulverweißen Fliesen auf einer Stelle. Wahrscheinlich ein bisschen nackt und ohne Heizungsluft. Hier und da und dort linsen The xx durch beschlagene Fenster, am Frühstückstisch bohren kleine Löffelchen (gibt’s bei Budni) in brechendem Cola-Kratzeis (gibt’s am Kiosk), dazu lässt “Human” fröstelnd los (gibt’s auch in deinem Leben). Alles was geschieht findet auf große Leinwand projiziert statt. Wer Mobys “First Cool Hive” mochte wird auch “Undone” mindestens ein bisschen lieben. Sozialromantiker werden “Sinners” auf das Tape zum ersten Date droppen, kalte Engel wählen die Spotify-Playlist. Extrapunkte für das wohldosierte Booklet. Konzerttermin folgt. (kel)
