
Mule & Man ? Tobias Jundt alias Bonaparte und José Antonio Garcia Soler aka Kid Simius musizieren nun zusammen. Bekannt sind sie beide. Bonaparte sollte jedem zumindest ein Begriff sein. Auch Kid Simius ist ein kein Unbekannter, machte er doch bereits gemeinsame Sache mit Marsimoto und ist auch alleine kein unbeschriebenes Blatt; Ende April begeisterte er erst das Publikum in Hamburg.
Mule & Man eröffnen ihre EP mit “Dark Room”. Sie beginnen mit einem quirligen Sound und setzen dann schlagartig auf einen hypnotischen und zugleich treibenden Takt, jeder weiß sofort, wer hier die Knöpfe am Mischpult dreht: Kid Simius. Bonapartes Stimme setzt schnell ein und rasch befinden wir uns in einem Strudel aus orientalisch anmutenden Klängen, fühlen aber uns doch gleichzeitig auf einer starken Rave-Party gefangen. Doch was passiert jetzt? Es wird hell und wieder ist es schwierig sich für ein Gefühl zu entscheiden. Sind wir in einer akustischen Neuauflage von Tetris angekommen? Tatsächlich lässt der Anfang von “One Hand Clap” dies vermuten, aber hier treffen eher die Gorillaz auf Final Fantasy. Was für eine harmonische Verbindung hier zwischen elektronischen Klängen und der angenehmen Stimme von Jundt entsteht, es ist wahrlich ein akustischer Traum. Mit “Wolfmother” geht es wieder zurück in den Club. Wir werden erneut hineingezogen in eine unfassbar stimmige Verbindung aus Stimme und Klängen, die Klangkulisse überwiegt dieses Mal. Die Erzählungen aus dem Off schälen sich langsam ins Ohr und werden durch die verschiedensten immer in Harmonie bestehenen Elektro-Sounds getragen. Und ständig wiederkehrend: Wolfmother.
“Until We Die” überrascht nun. Ein Piano eröffnet das vierte Stück. Zu diesem gesellen sich schnell Trommelklänge und nun kommen die psychedelischen Elemente hinzu. Die Sound-Collage hält sich 1 1/2 Minuten, bis es überraschend in das gemütliche Outro des Stückes geht. “10k Types Of Torture” wirkt wie ein Bild von einer Insel in der Karibik. Welcome to the plastic beach? Doch der Eindruck täuscht. Die Leinwand verbrennt langsam, aber nun sehen wir was sich hinter ihr verbirgt. “10k Types of Torture” couldn’t keep me away from you, dieses Mantra wird mit einer enstpannten Dringlichkeit vorgetragen und die Klänge von Herrn Simius vollenden das Klanggemälde endgültig.