Manchmal muss es Tanzmusik sein. Und dann haben wir keine Wahl, dann wählen wir sie aus. Und machen sie zu unserem Album der Woche. Wie hier, wie heute. Digitalism. “Mirage”. Oh ja. Wie schön.
Jens Moelle und Ismail Tuefekci sind Digitalism, beheimatet irgendwie in Hamburg, inzwischen aber auch in London ansässig. 2007 kam das erste Album, 2011 das zweite, zuletzt erschien 2013 die “Lift” EP. Jetzt haben sie ihr neues Album fertig. Ganz plötzlich, ganz schnell. Im vergangenen Jahr fiel die Entscheidung, was Neues zu machen. “Wir produzierten von Februar bis August, dann noch eine Woche im November für die letzten zwei Tracks und fertig war das Album.”
Dieses Album ist ein kleines Monster geworden, ein Monster zwischen House und Pop und Dance. Oder so ähnlich, die Übergänge sind fließend, der Stil ist Digitalism und Digitalism haben Stil. Ganz gleich, ob sie euphorische, berauschende, verdammt noch mal mitreißend-geile Übersongs wie “Go Time” oder “Utopia” (laut Band eine “Bombe in unserem Repertoire”) spielen oder ob sie mit Hip Hop (“The Ism”) experimentieren, gechilltere Sounds anstimmen (“Shangri-La”), Epochales loslassen (“Destination Breakdown”) oder uns mit massiven Frickeleien den Kopf waschen (“Power Station”) – das alles hat Klasse, das alles begeistert. Selbst dann übrigens, wenn man mit Tanzmusik eher weniger anfangen kann. Selbst dann reißt einen diese Kraft mit, diese Intensität und – genau – dieser Stil, diese Klasse.
Wir feiern das Album grad massiv ab und ihr feiert bitte mit. Heute und den ganzen Sommer mit der Platte, Ende Juni auf dem Hurricane Festival auf der White Stage. Weil: Festival-Highlight. (mf)
